Vereinsleben


Günter Zwintscher und die „LIPSIA“

Zu Recht können wir sagen, dass Günter Zwintscher eine maßgebliche, gestalterische

Leistung zur Durchführung der Lipsia Bundesschauen beigetragen hat.

Mit dem Umzug auf die Neue Messe im Jahre 1999 übernahm er die technische Leitung.

Das Material des LRGZV bestand aus verbliebenen Resten des VKSK Käfiglagers Lindenthal und Unterbauten, welche in Frankfurt / Main angekauft wurden. Lagerstätten waren u. a. in Delitzsch, Naunhof und Krostitz, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Ab 2007 organisierte Günter das zentrale Käfiglager in Lucka, OT Nehmitz.

Nun war das Material unter einem Dach und wurde in den Folgejahren durch Neuinvestitionen Stück für Stück auf das heutige Niveau von ca. 27.000 Nummern eigenes Käfigmaterial gebracht.

Die „Lipsia“ hat auf der Neuen Messe zu alter Tradition gefunden und sich zur „Lipsia-Bundesschau“ fest etabliert, so wie es eigentlich in mehr als 100 Jahren immer war.

Das alles geschah unter dem Vorsitz unseres ehemaligen Ehrenvorsitzenden Walter Göserich.

Günter Zwintscher hat es verstanden, zum Auf- und Abbau der Lipsia ein funktionierendes Arbeitsregime zu entwickeln. Er hat den Kontakt zu den Vereinen als Partner gesucht und dort motivierte Mitarbeiter im Sinne der Sache gefunden. Im Käfiglager Lucka wurde gebaut und gebastelt, so entstanden Gitterboxen für Plastiknäpfe, Paletten und Transporthilfen für Volieren und Kleinmaterial. Die Mitstreiter waren Siegfried Oswald, Werner Rudolf und Hans Berthold.

Die Ansprüche zur Organisation der Lipsia entwickelten sich zu immer höheren Herausforderungen und größeren Dimensionen. Das gipfelte mit der Durchführung der Europaschau 2006, wo ca. 76.000 Tiere standen. Hier hat Günter Zwintscher sein Meisterstück erbracht!

Er hatte und brauchte keinen PC, kein Fax oder sonstige moderne Hilfsmittel, lediglich einen Telefonanschluss.

In seinem Buch, A4 Format möglicherweise noch aus DDR-Zeiten, hatte er lückenlos alle Aufzeichnungen über die Jahre und fand sich blendend damit zurecht, das ist wohl auch heute noch so – bewundernswert.

Im Jahre 2012 sagte mir Erwin Lechowski, Vors. Sparte Kaninchen EE, am Rande der Europaschau 2012 voller Hochachtung:

„Der Zwintscher hat die Europaschau 2006 mit einem Buch vom Pfennigpfeifer organisiert, da war Alles drin.“

Und genau das kennzeichnet die erfolgreiche Arbeit von Günter, welche durch pragmatisches Handeln und Übersichtlichkeit geprägt war.

Die Arbeit auf der Neuen Messe erfordert einen gepflegten Umgang mit den Referenten der Messegesellschaft, auch hier hat Günter mit Frau Berger eine erfolgreiche Beziehung aufgebaut.

Durch Weitsichtigkeit vom jetzigen Ehren-Vorsitzenden Dr. Lothar Heinrich wurde ich 2009 angesprochen, ob ich mich auf die Nachfolge von Günter Zwintscher vorbereiten kann?

Das kam zunächst etwas überraschend, aber als ich merkte, Günter will seine Nachfolge regeln, fand ich einen väterlichen Freund.

Bereitwillig bereitete er mich auf die bevorstehenden Aufgaben vor, ich lernte das Material kennen und die Lipsia-Bundesschauen 2009 und 2010 waren eine hervorragende Schule.

Die Kontakte zu den Mitarbeitern aus den Partnervereinen waren hergestellt. Nun war ich in der Lage die folgenden Ausstellungen zu organisieren.

Die größte Herausforderung kam schon 2012 mit der Europaschau und ca 97.000 Tieren. Als die eigentliche Ausstellung vorbei war, am Sonntag-Nachmittag waren wir eingeschneit, alle waren verschwunden, ich war der Verzweiflung nahe.

Ich rief Günter an und konnte einen Zuhörer für meine Situation finden.

Er sagte: „Matthias, ich kenne das“.

Auch jetzt führen wir die Lipsia-Bundesschauen im Grundsatz nach dem Arbeitsregime von Günter Zwintscher durch, es hat sich bewährt. Einiges wurde vervollständigt und perfektioniert.

Natürlich ist längst die neue Zeit eingezogen, PC Technik und eine eingespielte Zusammenarbeit mit Timo Berger prägen die Abläufe.

Für Günter Zwintscher war der Umzug des Käfiglagers nach Grimma ein einschneidender Vorgang, eine Lebensleistung im Sinne des LRGZV hat seine Erfüllung gefunden.

Stets wurde Günter Zwintscher durch seine Frau Gisela unterstützt, auch sie war „Lipsia“ Mitarbeiterin und hatte Verständnis für die Sache.

Lieber Günter, Du befindest Dich im 86. Lebensjahr und wir danken Dir!


Matthias Beutel

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