Deutsche Lachshühner im Siegerring-Wettbewerb

Den Antrag auf die Vergabe des goldenen Siegerrings auf die großen Deutschen Lachshühner, stellten wir bereits im Jahre 2019 in Leipzig an den BDRG, für das Jahr 2023. Es war als würdiger Rahmen, zum 100. Todestag von unserem Dr. Rudolf Wolf gedacht. Er war einer der Gründer von unserem SV und der erste Vorsitzende den wir in unserer nunmehr 116 jährigen SV Geschichte hatten. Leider fiel der Wettbewerb 2023 aus und wir haben um Verlegung in dieses Jahr gebeten. Natürlich haben wir uns in den vergangenen Jahren viele Gedanken gemacht, wie wir unsere Tiere und unsren SV würdig präsentieren und Werbung für die Lachshühner machen können. Befassen wir uns ein wenig mit der Geschichte der Lachshühner.

Bild: J. Winkler
Nimmt ein Uneingeweihter einen Lachshuhn-Stamm in Augenschein, so dürfte es ihm nicht leichtfallen, ihm glaubhaft darzulegen, dass hier ein Hahn und Hennen einem Farbenschlag angehören. Bei näherer Betrachtung fallen weitere Abweichungen von den allgemeinen Landhuhnrassen, wie Fünfzehigkeit, Fußbefiederung, Bart und Nackenkrause, sowie das Krausenfleck beim Hahn ins Auge. Besonders in den Provinzen rund um Mitleidig belächelt wurden die „ Faverolles" als sie zum ersten Mal zur 4. Nationalen vom 28.02.-01.03.1897 in Frankfurt/Main gezeigt wurden. Die Gründung des Lachshuhn Züchter Vereins wurde während der 14. Nationalen Geflügelschau (18.02.-21.02.1910) vollzogen. Hier wurde Dr. Rudolf Wolf aus Maikammer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Lachshuhnzucht, war die von Dr. Wolf im Jahre 1912 verfasste und bis heute nahezu identische Musterbeschreibung, welche auch noch im Original, in meinem Archiv, vorhanden ist. Auch die von Dr. Wolf im Jahre 1913 verfasste Mustersatzung, zeugte von viel Weitblick und auch Zukunftsvisionen. All sein Wissen, seine Erfahrungen und Studien, seine Wünsche und Hoffnungen, hat Dr. Rudolf Wolf in seinem Buche „ Die zeitgemäße Neugestaltung der Rassegeflügelzucht, erläutert an den Beispielen des Lachshuhnes" 1917 niedergeschrieben. Es ist ein Werk, das heute noch volle Gültigkeit hat und mit dem sich Dr.Wolf ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Nun zu unseren großen Lachshühnern. Beim Lachshuhn steht die
Form im Vordergrund. Von der Seite betrachtet, sollte es eine Trapezform aufweisen.

Paris, wetteiferte man um die Eroberung des Marktes mit bester Fleischqualität. Die schmackhaftesten Rassen wurden mit schweren eingekreuzt, um so das Gewicht und die Mastfähigkeit zu steigern.

So wurden Houdan mit hellen oder dunklen Brahmas und diese wiederum mit den englischen Dorkings gekreuzt. Aus dem Dörfchen Faverolles wurde am Ende des vergangenen Jahrhunderts, etwa um 1866, eigenartig aussehende Hühner, aber mit hervorragender Fleischqualität angeboten, was schnell Liebhaber fand. Die Farbe war keineswegs gefestigt und variierte zwischen silberhell, rötlich bis hin zum grau. Es gibt leider keine Aufzeichnungen, in welchem Maße die beteiligten Rassen gepaart wurden.
Wenn wir uns mal die alten und auch ersten Bilder von Lachshühnern ansehen, dann sollte uns bewusstwerden, was an züchterischer Arbeit vor den Lachshuhnzüchtern um die Jahrhundertwende, lag. Einzelne Liebhaber und Züchter führten die ersten Tiere aus Frankreich ein. Die ersten deutschen Züchter wurden anlässlich der Pariser Weltausstellung 1889 auf diese Rasse aufmerksam. Es waren doch ziemlich bunte Hühner, das Faverolles Huhn. Die Form des Hahnes unterscheidet sich von der Henne nur durch eine waagerechte Rückenlinie und einem leicht angewinkelten Schwanz, während bei der Henne die Rückenlinie leicht nach hinten ansteigen sollte. Die Tiere müssen unbedingt eine lange, gute Rückenpartie haben und breit im Rücken und Bürzel sein. Ferner müssen sie auch eine tiefe abgerundete Brust und nicht zu hohe, auch nicht zu tiefe Beinstellung haben. Wichtig ist auch das weiße Flügeldreieck. Die Farbe der Lachshühner ist ein Kapitel für sich. Unter guter Färbung eines Hahnes versteht man zunächst: schwarzer voller der Kehllappen verdeckendem Bart, ebensolche Kehle, Brust, Unterpartie und schwarzer Bauch. Der Hals soll rein weiß oder elfenbeinfarbig sein. Schulter, Rücken und Bürzel des Hahnes sind am wertvollsten, wenn die Färbung gleichmäßig rot ist. Sicheln, Nebensicheln und Steuerfedern sind grün-glänzend schwarz. Von oben gesehen sollten Rücken, Sattel und Bürzel breit sein. Eine entsprechende Rumpftiefe wird wegen des Leistungstyps gefordert. Die Flügel sollten waagerecht und geschlossen getragen werden. Wichtig ist auch das weiße Flügeldreieck. Die Außenfahnen der Schwingen müssen weiß, die Innenfahnen schwarz sein, die Flügelbinde stahlgrün.

Für das Körpervolumen der Lachshühner, ist der Kopf ziemlich klein und erfordert zarte Kopfpunkte, mit einem kleinen gleichmäßig gezackten Kamm. Bei den lachsfarbigen und blaulachsfarbigen Hähnen wird beim Althahn das Krausenfleck gefordert, während es bei Junghähnen nur gewünscht wird. Ein spezifisches Rassemerkmal bei den Hennen ist die Nackenkrause, Sie sollte gut ausgeprägt sein.

Die Farbe der Hennen soll im Mantelgefieder, also von Kopf bis zum Bürzel, Flügel selbstverständlich inbegriffen gleichmäßig lachsfarbig sein. Jede Feder des Mantelgefieders soll einen helleren bis weißlichen Saum zeigen. Das Halsgefieder sollte etwas dunkelrot und gut gesäumt sein und darf nie schwarz (Pfeffer oder Ruß) enthalten. Auch im Obergefieder der Hennen, Schulter, Rücken, Sattel dürfen Pfeffer oder Ruß nicht auftreten. Dies ist ein grober Fehler. Das Untergefieder der Hennen ist schiefergrau. Ohne dieses schiefergraue Untergefieder der Hennen würde man keine schwarz-brüstigen Hähne als Nachzucht erzielen. Auch fehlt dadurch eine saubere
Zeichnung bis in die Schulter.
Bilder: SV Deutscher Lachshuhn- und Zwerglachshuhnzüchter
Darum, je dunkler und je gleichmäßiger das Untergefieder sich ausbreitet, desto wertvoller ist die Henne zur Zucht. Bart, Kehle und Brust sind weiß oder rahmfarbig, nicht meliert. Unsere Lachshühner sind ja eine der wenigen Hühnerrassen mit fünf Zehen. Auf eine hell fleischfarbene Lauffarbe ist zu achten. Die fünfte Zehe sitzt oberhalb der vierten und ist länger als diese. Hierbei ist zu beachten, dass beide Zehen getrennte Wurzeln haben. Die Läufe sind an der Außenseite sowie an der Außenzehe gleichmäßig befiedert. Auch ist auf die korrekte Lage der Sporen zu achten. Ein falscher Sporensitz vererbt sich sehr hartnäckig. Anerkannt sin die großen Deutschen Lachshühner in Lachsfarbig, Blaulachsfarbig, Weißschwarz Columbia und in Weiß. Wir hoffen auf ein erfolgreiches Jahr und das wir in Leipzig zur 108. Nationalen einen schönen Siegerring Wettbewerb durchführen können.
Immer auf Achse - für unsere Lachse - Stefan Wand





















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